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Lachshuhn

Das Deutsche Lachshuhn

GeschichteZuchtzielBesonderheiten

Geschichte
Der Ursprung der Deutschen Lachshühner liegt in der französischen Rasse Faverolles, die man in der ersten Hälfte des 19.Jahrh. im Bezirk Seine-et-Oise im Umkreis des Ortes Faverolles, der dann auch namensgebend war, erzüchtete. In Frankreich war Hühnerfleisch schon immer sehr begehrt und so stand auch die Geflügelzucht auf hohem Niveau und wurde ständig verbessert. Dadurch kam es, dass die Bauern jener Gegend ihre Landhuhnschläge mit den Rassen Houdan, Brahma und Dorking kreuzten, bis sie schliesslich einen für Bauern und Verbraucher geeigneten Hühnerschlag erzüchtet hatten. Bei dieser Mischrasse gab es nur ein vorrangiges Ziel: Viel und gutes Fleisch. Der Phänotyp war bei diesem Masthuhn absolute Nebensache. Ende des 19.Jahrh. wurden diese Tiere zunächst nach England ausgeführt. Während man in England das Ziel hatte, aus diesem uneinheitlichen Huhn einen Ausstellungstyp zu züchten, sollte in Deutschland ab Anfang des 20.Jahrh. auch die Wirtschaftlichkeit Beachtung finden, was vor allem durch die landwirtschaftlichen Organisationen in Baden und Oldenburg durch die Anerkennung als Nutztierrasse ihren Ausdruck fand. Da in Deutschland kein vorwiegendes Interesse an einer Mastrasse bestand, wurden die Faverolles in ein Zwiehuhn umgezüchtet. Gleichzeitig wurde die aus England übernommene Zweistammzucht aufgegeben und dem folgend 1912 ein neuer deutscher Standart erstellt (dem sich im Laufe der Zeit auch die Engländer und Franzosen anschlossen, bzw. ihn als Grundlage nahmen). Zu dieser Zeit standen die Faverolles schon in dem Ruf, ein wertvolles Zwiehuhn zu sein und wurden dem entsprechend auch eingesetzt. Man hatte inzwischen auch aus wirtschaftlichen Erwägungen einen weissen Farbschlag unter Verwendung weisser Wyandottenhennen und heller  Brahmahennen gezüchtet. (Später wurden hierzu auch weisse Dorking, Mechelner, Orpington und Reichshühner eingesetzt.) 1915 wurde diese Rasse dann in Deutschland in "Lachshuhn" umgenannt, womit man dem deutschen Züchtererfolg Anerkennung zollen wollte. Nach dem 2.Weltkrieg kam die Bezeichnung "deutsch" hinzu. In der Zwischenzeit stellten die Lachshühner ihre Wirtschaftlichkeit immer wieder bei "Nutzproben" und staatlich durchgeführten Wettlegen unter Beweis. Im Jahr 2001 nannte der BDRG die Rasse in "Deutsche Faverolles" um, musste dies aber wenig später auf Grund der massiven Proteste wieder zurücknehmen, wobei nun dem alten Namen "Deutsches Lachshuhn" das "Deutsche Faverolles" mit dem europäischen Symbol als Zusatz in offiziellen Schriften angehängt wird.
Das Deutsche Lachshuhn wird heute in Deutschland in den Farbschlägen Lachsfarbig, Weiss und Hell (weiss schwarz-columbia) gezüchtet. Der GEH-Zuchtring beschäftigt sich aber ausschliesslich mit dem Ursprungstyp Lachsfarbig.

Zuchtziel
Die Leistung:
Das Deutsche Lachshuhn wird im GEH-Zuchtring Deutsches Lachshuhn als Nutzgeflügel gezüchtet. So ist als erste Priorität ein besonderer Augenmerk auf die Legeleistung und die Mastleistung dieser Zwiehuhnrasse zu legen. Die Legeleistung der Henne soll bei 160 Eiern und einem Gewicht über 55g im ersten Jahr liegen. Die Schalenfarbe der Eier ist hellgelb bis braun. Ausgewachsene Tiere sollen ein Gewicht beim Hahn von 3 - 4kg, bei der Henne 2,5 - 3,25kg haben.
Leistungen, die die Wirtschaftlichkeit in einer nachhaltigen bäuerlichen Geflügelhaltung begünstigen - wie Robustheit, gute Futterverwertung, Gesundheit, Wetterbeständigkeit, usw. - sind zu erhalten, gegenenfalls zu fördern.

Der Phänotyp:
Das Lachshuhn wird als kräftiges, bewegliches, fünfzehiges Huhn, mit vollem, breitem, aber nicht plumpem Körper, feinem Knochenbau, mittelhoher Stellung, voller Befiederung, vollem Bart, befiederten Läufen und sehr zutraulichem Wesen gefordert. Grundsätzlich gilt: Form vor Farbe!

Rassemerkmale:
Hahn:
Rumpf: breit, tief, lang, in der Seitenansicht ein in die Länge gezogenes, hinten etwas tieferes Viereck bildend, waagerecht getragen.
Hals: mittellang, kräftig, voller Behang.
Rücken: lang, in ganzer Länge breit in den flachen, breiten, vollen Sattelbehang übergehend.
Brust: breit, voll, tief, gut gerundet, weit nach vom reichend.
Bauch: breit, voll.
Flügel:.fest anliegend, waagerecht getragen.
Schwanz: verhältnismäßig kurzfedrig, voll mit kurzen Sicheln bedeckt, halbhoch getragen.
Kopf: verhältnismäßig klein, Gesicht befiedert.
Kamm: einfach, aufrechtstehend, klein bis mittelgroß, regelmäßig gezackt.
Bart: sehr voll. Ohrlappen und Kehllappen völlig bedeckend. Kehllappen möglichst zurückgebildet, Farbe der Ohrlappen belanglos. Augen: orangefarbig bis rot.
Schnabel: kurz, kraftig, hell bis homfarbig.
Schenkel: kurz und kräftig, wenig sichtbar, gut befiedert, jedoch ohne Geierfersen.
Läufe: mittellang, feinknochig, an den Außenseiten befiedert, fleisch-farbig.
Zehen: fünf; vierte und fünfte Zehe voneinander getrennt, vierte Zehe höher als die Vorderzehen, etwas nach der Innenseite des Laufes angesetzt, möglichst waagerecht; fünfte Zehe über der vierten sitzend, länger als diese, aufwärts gerichtet.
Gefieder: breit, voll.
Henne:
Erscheint durch den gut ausgebildeten Bauch und den tiefbrüstigen,waagerechten Rumpf ohne Kissenbildung gedrungener als der Hahn; der Schwanz ist kurz, die Kehllappen sind völlig zurückgebildet. Chrakteristisch für die Henne ist eine gut ausgebildete Halskrause.

Fehler: Schwacher, kurzer oder schmaler Körper, stark abfallender, hohler oder Fischrücken, schmaler Bürzel, steiler Schwanz, starkes Sattelkissen, dünner Hals, sehr niedrige oder sehr hohe Stellung, dürftiger Bart, übergrosser oder umliegender Kamm, Geierfersen, vierte und fünfte Zehe aus gleicher knöcherner Wurzel

Tierschutzaspekte, wie z.B. freie Sicht, sind besonders zu beachten!

Farbe:
Hahn:
Hals- und Sattelbehang elfenbeinfarben, rotbraune Färbung des verdeckten mittleren Teils der Behangfedern erwünscht; rotbrauner Krausenfleck beim Althahn gefordert, beim Junghahn erwünscht. Rücken und kleine Flügeldecken rotbraun, eventuell mit wenig Weißgelb durchsetzt; Flügeldecken messingfarben gesäumt, mit zunehmendem Alter heller werdend. Große Flügeldecken schwarz, eine grün oder bläulich schimmernde Binde bildend. Handschwingen schwarz mit weißgesäumter Außenfahne. Armschwingen: Außenfahne weiß, das weiße Flügeldreieck bildend. Obere Schwanzdecke teilweise rotbraun; Bart, Brust, Schenkel und Schwanz schwarz; Bauch und Laufbefiederung schwarz bis schwarzgrau; Brust, Bauch und Bart haben silberweißes Untergefieder, in den übrigen Federpartien hat dieses einen blaugrauen Schein bei weißem Federschaft.
Henne:
Flügeldecken, Rücken und Bürzel gleichmäßig lachsrot, die einzelnen Federn mit weißlichem Schaft und möglichst weißlicher Säumung; Hals etwas intensiver rot als Rücken, jede Feder mit weißem oder elfenbeinfarbenem Saum; die Federn der Krause sind ebenso gefärbt. Außenfahnen der Schwingen und Steuer-fedem lachsrot, Innenfahnen mit Grauschwarz durchsetzt. Brust und Schenkel hellweizenfarbig, Bauch rahmfarbig, Hinterteil mehlweiß, Bart weißlich, Lauf- und Zehenbefiederung mehlweiß bis weizenfarbig. Untergefieder weißlich, in den roten Federpartien mit einem Schein von Blaugrau bei weißem Federschaft.

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Besonderheiten
Das Lachshuhn weisst ein paar besondere Eigenschaften auf, die über ein subjektives Empfinden hinaus gehen und es von anderen Rassen unterscheidet. So muss ein Lachshuhn immer einen Bart, befiederte Aussenzehen und eine Fünfte Zehe haben. Sollte eines dieser Merkmale fehlen, ist es kein reinrassiges Tier.
Lachshühner sind sehr ruhige und zutrauliche Tiere, die ungerne fliegen. Für einen Begrenzungszaun reicht eine Höhe von 100cm.
Auch in der Brut unterscheiden sich die Lachshühner von anderen Rassen. Sie gelten als absolute Nichtbrüter. Einzelne Ausnahmen sollen vorgekommen sein, doch sollte niemand darauf spekulieren. Doch damit nicht genug: Brütet man die Eier in einer Brutmaschine aus, so soll die Bruttemperatur bei 37,6Grad C liegen. Allgemein werden Hühnereier bei 37,8Grad C bebrütet. Dieser kleine Unterschied kann aber entscheidend für den Bruterfolg sein, da die Lachshühnerembryonen sehr empfindlich auf eine Übertemperatur reagieren. Schlüpfen die Küken mit verkrüppelten Zehen, ist dies ein deutlicher Hinweis darauf. Der zweite wichtige Unterschied ist die Brutdauer. Während man bei "normalen" Hühnern von 21 Tagen ausgeht, sind es bei den Lachsen 22 Tage.
Wer das Lachshuhn auch seiner Fleischleistung wegen hält, der wird sich über die besonders leichte Rupfbarkeit dieser Rasse freuen. Die lose Federstruktur, welche bei einem zu engen Geschlechterverhältnis auf Grund des Tretaktes zu entfiederten Hennenrücken führen kann, erleichtert einem die Arbeit beim Schlachten enorm.
Das subjektive Empfinden vieler Geniesser, die das Lachshuhnfleisch in höchsten Tönen preisen, soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden...

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