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Auf dieser Seite stehen Berichte und Meinungen rund um`s Deutsche Lachshuhn, bzw.
über Hühnerzucht allgemein. Jeder Leser sei hiermit aufgefordert,
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allgemeine Ansicht des GEH-Zuchtringes Deutsches Lachshuhn.
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Gerhard Hohmann 6.7.2004
Der Standard beschreibt das Lachshuhn als ein "kräftiges, bewegliches, fünfzehiges Huhn mit vollem, breitem, aber nicht plumpen Körper, feinem Knochenbau, mittelhoher Stellung, voller Befiederung , vollem Bart, befiederten Läufen und sehr zutraulichem Wesen."
In vielen Büchern und Fachberichten rund um das Lachshuhn wird dieser Standard als eine, von weitsichtigen und klugen
Menschen aufgestellte, Musterbeschreibung gelobt, die bisher keinerlei inhaltlicher Änderung bedurfte. Ich stimme dem
in vollem Umfang zu. Wir erfahren durch den Standard schon sehr genau, wie ein gutes Lachshuhn sein sollte, aber leider
nur theoretisch! Wie kann man in der Praxis Tiere erzüchten, die nicht nur in ihrer Erscheinung, sondern auch von ihrer
Leistung und ihrer Wirtschaftlichkeit dem Standard entsprechen und wie können wir das in unserem Zuchtring erreichen?
Dies funktioniert ausschließlich über die Auswahl der richtigen Zuchttiere! Welcher Hahn aber ist der Richtige? Für uns
erfahrene Ausstellungszüchter ist diese Frage sehr schnell beantwortet: Es ist der Hahn bei dem es uns am meisten
schmerzt ihn aus der Hand zu geben (wir tun es aber trotzdem, zwar nicht nur aus "reinem Edelmut", sondern weil wir
wissen, dass wir spätestens in ein paar Jahren dauerhaft die Früchte unserer jetzt eingebrachten "wertvollen Saat"
ernten können). Aber wie findet der unerfahrene Idealist den optimalen Vertreter für unsere Belange? Ist es der Hahn,
dessen Lieblingsplatz im Stall ist (den er auch nur im äußersten Notfall verlässt)? Der ist nämlich der Größte und
Schwerste, weil sein bester Freund, der Futtertrog, immer in seiner Nähe ist. Ich glaube, der ist es nicht. Welcher
aber ist es dann? Ich versuche ihn einmal, so gut ich kann, zu beschreiben: In der Herde unserer Hähne hat er einen der
oberen Ränge inne, er muss nicht unbedingt das Alfatier sein, aber er ist derjenige der dem Alfatier am wenigsten
Respekt zollt (übrigens auch gegenüber dem Herrn über Futter und Wasser lässt er manchmal diesbezüglich die nötige Distanz
vermissen). Er hat einen gut durchbluteten, festen, nicht zu großen, gleichmäßig gezackten Kamm, der nicht grob wirken
sollte. Seine Augen wirken hellwach,sind glasklar und sind gut in der leuchtendroten Umrandung eingebettet. Sie dürfen
nicht hervorstehen, sollten aber auch nicht so tief sitzen, dass der Augenrand als Wulst in Erscheinung tritt. Die
Iriden strahlen in einem frischen Orangerot. Er nutzt den Auslauf in vollem Umfang, weil er ständig auf der Suche nach
Leckerbissen ist (zumindest vor Eintritt der Geschlechtsreife). Er nimmt öfters ein Staubbad und sein dichtes Gefieder
wirkt immer gepflegt, ist relativ fest und hat einen schönen Glanz. Seine Flügel liegen fest an und hängen nicht
"irgendwie locker am Körper herunter". Sein Körpergewicht liegt, im Alter von 16 Wochen in jedem Fall über dem Durchschnittsgewicht
seiner gleichaltrigen Geschlechtsgenossen! Dies ist besonders wichtig, weil die weniger leistungsfähigen Tiere ab
diesem Alter in aller Regel bezüglich des Gewichts nachziehen. Den größten Ärger im Leben dieses Hahnes verursacht der
Zaun zwischen ihm und dem Hennengehege, er wird nicht müde ihn irgendwie zu überwinden beziehungsweise, wenn er es schon
nicht schafft, die Hennen durch ständiges Locken dazu zu bringen es von ihrer Seite zu versuchen. Sollte unser
Hühnerbestand einmal eine "Krankheit durchmachen" ist er der Erste der wieder "auf dem Damm ist" bzw. er bleibt
gänzlich von ihr verschont. Wenn dieser Hahn dann noch den rassespezifischen Anforderungen des Standards sehr nahe
kommt, sind wir dem Ziel "Schönheit und Leistung" schon dicht auf der Spur.
Bei den Hennen verhält sich die Sache, bis auf das "geschlechtsspezifische Gehabe" des Hahnes, sehr ähnlich. Bei ihnen haben wir den Vorteil, dass wir ihre Leistungsfähigkeit durch ihre Legeleistung "verbrieft" bekommen. Ich halte es deshalb für vorteilhaft mit Tieren zu züchten, die sich schon ein Jahr im Legestall bewährt haben. Wir haben dadurch von vornherein die Möglichkeit die leistungsschwachen Tiere von der Zucht auszuschließen und bekommen größere Bruteier, die dann auch kräftigere Küken hervorbringen.
Dies soll`s von meiner Seite gewesen sein, ich wünsche uns allen möglichst viele solcher Tiere, sodass wir im Herbst ein "echtes Problem" damit haben Tiere mit mangelnder Zuchtkondition zu finden!
Viele Grüße, Gerhard
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Züchten und Halten
Andreas Peters 27.2.2004
Das Wort "Hühnerzucht " springt so manchem leicht von der Zunge, aber schwer von der Hand.
Zucht bedeutet aber planmässige Verpaarung von Elterntieren, von denen man die Qualitäten (und auch die negativen Seiten)
kennt. Was in der Grosstierzucht (Pferd, Rind...) als selbstverständlich gilt, dass nämlich ohne Leistungsdaten keine
Zucht, bestenfalls Vermehrung betrieben werden kann, ist in der Klein-Geflügelhaltung längst noch nicht allgemein angekommen .
Die Hühnerhalter stehen vor dem speziellen Problem, dass sie im allgemeinen noch nicht einmal genau die
Küken einer Mutter zuordnen können, da wir ja mehrere Hennen mit einem Hahn laufenlassen. Da die Hennen nicht jede in
"ihr" Nest ihre Eier legt, können wir also nicht die Eier, bzw. die daraus schlüpfenden Küken einer Henne zuordnen. So
weiss der Hühnerhalter meistens noch nicht einmal die genaue Abstammung seiner Nachzucht.
Daraus ist ersichtlich, das der Hühnerzüchter nicht um eine Einzeltierkontrolle herum kommt. Wer es ganz richtig machen
will, der wird seine Nachzucht auf Leistung (Lege-, Mastleistung...) kontrollieren. Diese Einzeltierkontrolle liefert einem
die notwendigen Leistungsdaten der Nachzucht, von denen man dann wiederum Rückschlüsse auf die Väter ziehen kann. Der beste Hahn wird nun mit der besten Henne verpaart.
Wie daraus zu lesen ist, benötigt man dazu mehrere Stämme und einen mehrjährigen Zuchtintervall. So wird ein Hahn, den
man über die Leistungen seiner Töchter prüft, frühestens (bei einer Brut im Jahr) mit drei Jahren zur Elterntier-Zucht
eingesetzt.
Züchter alter Hühnerrassen züchten ihre Tiere als Hobby, Freizeit- und Feierabendbeschäftigung oder anderen meist nicht
kommerziellen Beweggründen. Das oben beschrieben Verfahren ist für den "normalen" Züchter nicht zu realisieren. Im
allgemeinen stehen den Züchtern, die sich mit alten Geflügelrassen beschäftigen, weder der Raum noch die Zeit zur Verfügung,
um derartige Projekte umzusetzen. Der finanzielle und zeitliche Aufwand steht in keinem Verhältnis zu dem gewünschten
Ergebnis - eine leistungsstarke , alte Hühnerrasse. Die Hybridzucht ist unseren Tieren immer überlegen, so dass eine starke,
kommerzielle Nachfrage nach alten Hühnerrassen wohl kaum zu erwarten ist.
Trotz alle dem werden wir im Zuchtring Deutsches Lachshuhn mit den uns gegebenen Möglichkeiten an der Leistungsfähigkeit
unserer Tiere arbeiten. Als erster Schritt in die richtige Richtung ist die Hahnenrotation zu nennen, mit der wir die in
vielen Zuchten zu sehenden Inzuchtschäden (Leistungsdepression, Krankheitsanfälligkeit...) vermeiden. Inzucht kann zwar
auch zur Leistungsteigerung eingesetzt werden, was aber wiederum ein noch höheres Wissen um die Genetik der Tiere verlangt,
um Inzuchtschäden nicht noch zu forcieren. Als nächsten Schritt sei auf die im Inneren Zuchtring geforderte
Einzeltierzuordnung hingewiesen. Die dann erhobenen Daten der Hennenleistung und der Aufzucht wird uns die Möglichkeit in
die Hand geben, auf die ausgewählte Hennen zu selektieren. Das Problem liegt in den Kontrollmöglichkeiten der einzelnen
Züchter. Zu diesem Thema werde ich in einiger Zeit eine technische Lösung vorstellen, die ich gerade in Erprobung habe.
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Das Deutsche Lachshuhn und der § 11b des Tierschutzgesetzes
Andreas Peters 4.2.2003
Das Thema "Qualzucht", derzeit in aller Munde, ist auch für die Lachshühner ein Thema,
auch wenn sie zur Zeit nicht in der Debatte vorkommen. Doch in dem "Gutachten zur Auslegung
von § 11b des Tierschutzgesetzes" der Bundesregierung sind sie sehr wohl erwähnt. Grund sind
die Fußbefiederung und der Bart. Das erwähnte Gutachten soll eine Empfehlung sein, die die
Zuchtverbände in die Praxis umsetzen sollen. Überwachende und notfalls ausführende Stelle sind
im übrigen die Bundesländer, nicht die Bundesregierung, solang die Empfehlung nicht in ein
Gesetz eingeflossen ist. Ich möchte dieses Gutachten, bzw. das Tierschutzgesetz zum Anlass
nehmen, einmal das Lachshuhn in diesem Licht zu betrachten.
Das Tierschutzgesetz verlangt von uns, das wir alles vermeiden, was den Tieren Schmerzen und
Leiden zufügt. Schmerzen lassen sich noch sehr gut bei einem Tier nachweisen, aber wann fangen
die Leiden an? Da wir die Tiere nicht fragen können, müssen wir die Frage nach der Qual selber
beantworten. - und an diesem Punkt wird es natürlich subjektiv und die Meinungen gehen auseinander.
Da dies für mich aber ein wichtiges Anliegen ist, werde ich es halt subjektiv angehen:
Da die Befiederung der Läufe und insbesondere der Aussenzehe beim Lachshuhn schon immer
"schwach befiedert" gefordert wurde und wohl deshalb auch so ist, sehe ich hier keine Probleme
für die Tiere. Weder wird der Gang negativ beeinflußt, noch gibt es Schwierigkeiten beim Hahnensprung.
Zu erwähnen wäre hier höchstens die Verschmutzung bei nassen Bodenverhältnissen. Diese Verschmutzung
hat meiner Erfahrung nach aber keine negativen Einflüsse auf die Gesundheit, auf jeden Fall nicht mehr
als schlechte Bodenverhältnisse auf jedes Huhn haben, zumal der Schmutz sofort nach dem Trocknen wieder
abfällt.
Mehr Probleme sehe ich beim Bart für die Gesundheit (Leiden) der Tiere. Auch hier haben wir es mit einer
Verschmutzung bei nassem Wetter zu tun, die zwar auch nach dem Trocknen sofort verschwindet, aber halt
an einer empfindlicheren Stelle sitzt. Nun habe ich aber auch hier noch nie feststellen
müssen, dass die Lachshühner deswegen öfter krank sind als Ostfriesische Möwen zum Beispiel. Man sollte
diesen Punkt aber trotzdem nicht aus den Augen verlieren. "Leiden" sehe ich eher bei der Grösse des Bartes,
der oft doch Teile der Augen verdeckt. Hier müssen wir uns manchmal zurückbesinnen auf unseren
Biologieunterricht in der Schule , bei dem wir gelernt haben, wie die einzelnen Tierarten sehen,
wie sie ihre Umwelt wahrnehmen. Hühner haben ihre Augen seitlich am Kopf. Sie haben einen Sehwinkel
von ca. 160Grad je Seite. Der Bereich, den sie mit beiden Augen
gleichzeitig einsehen können sehen, ist sehr klein. Um einen Punkt zu fixieren, müssen sie deshalb oft
den Kopf hin- und herbewegen, um ihn in den Blickwinkel jedes Auges zu bekommen. Geflügel kann also einen
grossen Teil seiner Umgebung einsehen, was seinen Ursprung darin hat, dass es ständig seine Umgebung
nach Feinden absuchen muss. Daraus ergiebt sich, dass wir dieses Sehfeld möglichst nicht einschränken
sollten, dh. freie Sicht nach vorne , hinten und auf jeden Fall auch zur Seite. Der im Geflügel-Standard
geforderte "volle Bart" bedeutet eben nicht "gross", sondern "füllig, dicht". Hier ist dann doch oft
Selbstbeschränkung angesagt, um den Tieren vermeintliches Leiden zu ersparen.
Nicht jeder sieht diesen Punkt so wie ich und hält mir Argumentationen entgegen wie "die Merkmale waren
schon immer so ? was soll also daran falsch sein?" Hier muss man einfach sehen, dass es in der
Liebhaber-Tierzucht in den vergangenen 100 (50?)Jahren zu einer Übertypisierung einiger Merkmale
gekommen ist, die früher eben nicht so da war. Und nicht alles, was früher "gut" war, ist es auch noch
heute - die Zeiten und auch die Menschen (so hoffe ich wenigstens) ändern sich und entwickeln sich weiter.
Die Frage ist also nicht, ob ich nun Tierzüchter oder Tierschützer bin. Unsere Aufgabe ist es, Mensch
zu sein und für die uns in Pflege gegebenen Tiere voll und ganz die Verantwortung zu übernehmen.
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